Kälte und Schnee in Europa
Kaum jemand hätte gedacht, dass es nach den in weiten Teilen Deutschlands und Europas ausgesprochen milden Monaten Dezember und Januar in diesem Winter noch so eisig werden könnte. Doch seit rund einer Woche hat Väterchen Frost, aus Russland kommend, so richtig zugeschlagen und zeigt Europa, was Winter wirklich bedeuten kann: Das sibirische Hoch Cooper zog nach Westen und sorgte mit Nachttemperaturen von unter Minus zwanzig Grad, meterhohen Schneeverwehungen und Eisregen für große Probleme. Inzwischen sind bereits rund 300 Tote durch den extremen Kälteeinbruch und seine Folgen zu beklagen.
Besonders betroffen ist der Mittelmeerraum: Im Rom brach der Verkehr nach heftigen Schneefällen völlig zusammen, die Straßen waren nicht mehr befahrbar. Bilder vom verschneiten Vatikan und dem antiken Kolosseum gingen um die Welt, das gab es seit mehr als einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Stromausfälle im Großraum Rom führten dazu, dass über 100.000 Haushalte auf Licht und Wärme verzichten mussten. Leider gab es auch mehrere Todesopfer durch unter der Schneelast zusammengebrochene Dächer in Süditalien zu beklagen.
Katastrophale Folgen hat der Rekordwinter in Osteuropa. In der Ukraine, Polen, Rumänien und Bulgarien erfroren zahlreiche Menschen, insbesondere Obdachlose, bei Temperaturen von unter 20 Grad, obwohl die Regierungen schnell Notunterkünfte eingerichtet haben. Auch durch defekte Heizungen kam es in Polen zu mehr als 30 Toten in Folge von Kohlenmonoxidvergiftungen. In Serbien musste in über 30 Gemeinden der Ausnahmezustand ausgerufen werden, Kindergärten und Schulen bleiben geschlossen. Mit minus 31 Grad verzeichnete Bosnien-Herzegowina einen Kälterekord für diese Balkanregion. In Bulgarien und Rumäien, insbesondere den südlichen Landesteilen, schneite es so stark, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Schneeverwehungen von über einem Meter Höhe legten so den Verkehr auf der Autobahn lahm, die die rumänische Hauptstadt Bukarest mit Constanta am Schwarzen Meer verbindet.
Auch in Großbritannien staunt man über sehr niedrige Temperaturen, in weiten Teilen des Landes herrschten minus 10 Grad. Auf Europas größtem Flughafen Heathrow mussten am vergangenen Sonntag rund die Hälfte aller Flüge wegen Behinderungen durch Schnee und Eis gestrichen werden. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Probleme durch die extreme Kälte: Die Schifffahrt auf vielen Flüssen sowie der Nord- und Ostsee wird durch Eis zunehmend unmöglich gemacht. Autofahrer kämpfen mit dem Frost, insbesondere wenn sie mit Dieselfahrzeugen unterwegs sind oder nicht an Frostschutzmittel gedacht haben. Auch hierzulande sind einige wenige Menschen durch die Kälte zu Tode gekommen, eine große Rolle spielt dabei Leichtsinn beim Betreten von Eisflächen.




