Das markanteste Land Südeuropas ist zweifelsohne Italien mit seiner unverwechselbaren Stiefelform. Die Republik auf der Apennin-Halbinsel wird größtenteils vom Mittelmeer begrenzt und besitzt dennoch sechs Nachbarländer, die sich im Norden an die Halbinsel anschließen. Die größte Festlandgrenze teilt sich Italien mit der Schweiz. Auf einer Landesfläche von 301 277 qkm leben rund 60 Millionen Einwohner; damit steht Italien auf Platz 4 der bevölkerungsreichsten Länder der Europäischen Union. Die Landessprache ist Italienisch, in einigen Provinzen existieren zusätzlich die regionalen Amtssprachen Deutsch, Ladinisch, Französisch und Slowenisch. Daneben gelten 12 Sprachen als offiziell anerkannte Minderheitensprachen, darunter Griechisch und Katalanisch. Im Jahr 2002 hat der Euro die Italienische Lira als offizielle Landeswährung abgelöst.
Italien ist in 20 Regionen aufgeteilt, die bekanntesten sind die Toskana, Kalabrien und Venetien; die Lombardei ist die größte unter ihnen. Die fünf Regionen Friaul, Sardinien, Trentino-Südtirol, Aostatal und Sizilien sind autonome Regionen mit Sonderstatut.
Sizilien ist gleichzeitig die größte Insel im Mittelmeer und beherbergt mit dem Ätna den höchsten und aktivsten Vulkan Europas. Größte Stadt der Insel und gleichzeitig Hauptstadt der Region Sizilien ist Palermo. Auch die zweitgrößte Mittelmeerinsel, Sardinien, gehört zu Italien und ist insbesondere für ihre Küsten bekannt, die beliebte Urlaubsziele darstellen.
Hauptstadt Rom
Rom ist nicht nur die größte Stadt Italiens, sondern seit 1871 auch die Hauptstadt des Landes. Die Ewige Stadt wurde am Tiber auf den bekannten sieben Hügeln errichtet, ist Sitz vieler Regierungsinstitutionen und der Großbanken. Vom Stadtgebiet Roms umschlossen ist der unabhängige Staat Vatikanstadt, der Sitz des Papstes und Zentrum der katholischen Christenheit. Unter den 2,7 Millionen Einwohnern Roms befinden sich zahlreiche Einwanderer, die sich mit den 6 Millionen jährlichen Besuchern zu einem bunten Völkergemisch vereinigen.
Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Ewigen Stadt stammen aus der Antike, die das Stadtbild in weiten Teilen prägt. Das Forum Romanum beherbergt mit dem Kolosseum, der Kurie, dem Titus-Bogen und dem Vesta-Tempel bedeutende Bauwerke. Der Circus Maximus im Süden der Stadt bot bis zu 250 000 Zuschauern Platz, die Caracalla-Thermen stellen dagegen einen gigantischen Bäderkomplex dar. Aus dem 18. Jahrhundert stammen der berühmte Trevibrunnen und die Spanische Treppe, die von Ludwig XIV. finanziert wurde. Bedeutende Kunstsammlungen befinden sich in der Villa Giulia und der Galleria Borghese.
Auch Florenz bietet seinen Besuchern bedeutende Kunstwerke, gilt es doch als Zentrum der Renaissance in Italien. Mailand ist als zweitgrößte italienische Stadt dagegen ein Zentrum der Medien, Mode und Wirtschaft. Die Mailänder Scala steht für die bedeutende Kulturszene der Stadt. Als Heimat der Pizza gilt Neapel, das das bedeutende Archäologische Nationalmuseum beherbergt. In Turin sind neben dem umstrittenen Turiner Grabtuch auch die Schlösser der Herzöge von Savoyen beheimatet. Die Lagunenstadt Venedig, deren berühmteste Sehenswürdigkeit der Markusplatz darstellt, wurde auf Eichenpfählen erbaut und scheint auf dem Wasser zu schweben.
Der Mont Blanc ist mit 4810 m der höchste Gipfel der Alpen in Italien, die sich im Norden des Landes erstrecken. Die Gebirgskette der Dolomiten stellt einen Teil der Alpen dar und gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe, der Gebirgszug Apennin durchzieht dagegen ganz Italien.
Neben dem Mittelmeer, das Italien eine Küstenlänge von 7600 km beschert, sind die Oberitalienischen Seen die wichtigsten Gewässer Italiens. Der Gardasee, der Lago Maggiore und der Comer See stellen beliebte Ziele für Badeurlauber dar.




