Nordsee
Ausgedehnte Sandstrände, naturbelassene Landschaften und ein heilendes Reizklima sind die herausragenden Eigenschaften, die die Nordsee als Urlaubsziel so beliebt machen. Dies alles findet sich in besonderer Art und Weise auch auf den Nordseeinseln, die dieses Randmeer des Atlantischen Ozeans in großer Anzahl bevölkern.
Die sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln liegen in der südlichen Nordsee in einer Reihe vor der niedersächsischen Festlandküste und gehören zu Deutschland. Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist und Borkum sind einst aus Sandbänken entstanden und heute noch Wind, Wetter und den Gezeiten ausgesetzt, wodurch einige der Ostfriesischen Inseln immer noch in Bewegung sind.
Wangerooge
Wangerooge ist die östlichste der Ostfriesischen Inseln und zugleich die zweitkleinste bewohnte Insel dieser Gruppe. Einst gehörte sie zum russischen Zarenreich und wurde bereits 1804 zum Seebad ernannt. Heute ist die autofreie Insel anerkanntes Nordseeheilbad mit naturnahen Stränden, deren Gestalt durch Wind und Wetter ständig verändert wird. Wangerooge liegt inmitten des Wattenmeers und bietet auch im Inselinnern einzigartige Biotope. Hierbei ist das Marschland vorherrschend, ein flacher Landstrich, zu dem sich die sandige Geest und weitläufige Moore hinzugesellen. Mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Wälle, sogenannte Wallhecken, geben immer noch Zeugnis über die historische Landnutzung ab. Der Osten Wangerooges wird dagegen durch eine Dünenlandschaft geprägt. Eine besondere Sehenswürdigkeit stellt der Leuchtturm dar, der als das erste Gebäude auf der Insel erbaut wurde.
Spiekeroog
Zwischen Langeoog und Wangerooge liegt die Ostfriesische Insel Spiekeroog, die Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ist. Auffälligstes Merkmal der Insel sind ihre ausgedehnten Wälder und die dunkelgrünen Krähenbeerheiden, die das Innere Spiekeroogs dominieren. Im idyllischen Örtchen Spiekeroog scheint die Zeit stillzustehen, denn wie überall auf der Insel haben sich hier jahrhundertealte Friesenhäuser erhalten, die noch bewohnt sind. Spiekeroog ist autofrei, besitzt jedoch eine Verbindung zum Sielhafen Neuharlingersiel. Als einzige der sieben Ostfriesischen Inseln kann sie keinen eigenen Flugplatz aufweisen, denn der Schutz der Umwelt bedeutet den Bewohnern Spiekeroogs sehr viel. Ausgedehnte Vogelsiedlungen und Seehundkolonien sind die erfreuliche Folge dieser Haltung.
Langeoog
Die Insel Langeoog schließt sich westlich an Spiekeroog an und ist wie keine andere den Naturgewalten Wind und Wasser ausgesetzt. Die einzigartige Dünenlandschaft weist mit der 20 m hohen Melkhörndüne eine der höchsten Erhebungen Ostfrieslands auf. Die Naturlandschaften sind auf Langeoog in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Der Osten der Insel wird von besonders hohen Dünen geprägt, ein kleines Inselwäldchen sorgt für Abwechslung. Nicht nur die Besucher der Insel schätzen den 14 km langen Sandstrand Langeoogs. Der hohe Wasserturm, das Wahrzeichen der Insel, bietet eine wunderschöne Aussicht. Das Städtchen Langeoog fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und nennt eine kleine Einkaufsstraße sein eigen.
Baltrum
Baltrum ist sowohl nach Fläche als auch nach der Einwohnerzahl die kleinste der Ostfriesischen Inseln und liegt genau in der Mitte der Inselkette. Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist Baltrum als Urlaubsziel beliebt, was sie ihrer vielfältigen Landschaft und der frischen Seeluft zu verdanken hat. Dünenlandschaften und Watt sind hier die vorherrschende Landschaftsform, deren Geheimnisse der Baltrumer Gezeitenpfad seinen Besuchern erläutert. In der Inselmitte befindet sich eine kleine Aussichtsdüne. Das „erwachende Dornröschen der Nordsee“, wie Baltrum gerne genannt wird, ist nur im Nordwesten besiedelt. Dort befindet sich auch die alte Inselkirche aus dem Jahr 1826, die als eine der ältesten Kirchen der Ostfriesischen Inseln gilt. An der Südwestseite der Insel ist heute noch das historische Pfahlschutzwerk zu sehen.
Norderney
Zwischen Baltrum und Juist liegt mit Norderney die zweitgrößte Ostfriesische Insel. Die über 200jährige Inselgeschichte umfasst die Gründung des ersten deutschen Seebades im Jahr 1797, sowie den Aufstieg zum mondänen Badeort im Verlauf des 19. Jahrhunderts. In der einzigen Stadt, Norderney im Westen der Insel, ist die traditionelle Bäderarchitektur dieser Zeit auch heute noch lebendig. Der alte Kirchhof der Insel erzählt dagegen zahlreiche Seefahrergeschichten aus vergangenen Zeiten. Urwüchsige Dünenlandschaften und kilometerlange Sandstrände prägen die Düneninsel Norderney ebenso wie die zahlreichen Galloway-Rinder, die auf den saftig-grünen Weiden grasen. Über allem erhebt sich majestätisch der Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert.
Juist
Juist ist die längste der Ostfriesischen Inseln und befindet sich zwischen Norderney und Borkum. Die langgestreckte Insel ist den Gezeiten stark ausgesetzt und bei Flut an manchen Stellen nur noch 500 m breit. Der Hammersee, eines der wichtigsten Naturdenkmäler Juists, ist einst durch eine besonders große Flut entstanden. Die Insel umfasst neben dem Hauptort Juist auch das Loog und ist autofrei, kann jedoch mit der Fähre von Norddeich aus erreicht werden. „Das Zauberland“, wie Juist von seinen Bewohnern stolz genannt wird, gilt als schönste Sandbank der Welt und glänzt durch eine atemberaubende Landschaft, die mit der Pferdekutsche entdeckt werden kann. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die große Sandbank Billriff im Westen von Juist, bei der zahlreiche Zugvögel beobachtet werden können.
Borkum
Borkum ist die westlichste und mit einer Fläche von 30,74 qkm zugleich die größte der bewohnten Ostfriesischen Inseln. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestand Borkum noch aus zwei getrennten Inseln und wurde als Heimat der Walfänger bekannt. Heute noch zeugen Zäune aus Walkinnladenknochen von der bewegten Vergangenheit der Insel. Borkum weist dank des Golfstroms ein angenehmes Hochseeklima auf und ist ein anerkanntes Nordseeheilbad. Das Wahrzeichen der Insel ist der alte Leuchtturm, der neue Leuchtturm bietet dagegen einen tollen Ausblick. Mit seinen bis zu 20 km breiten Sandstränden und den einzigartigen Dünenlandschaften gehört Borkum zum Nationalpark Wattenmeer. Auf rund 130 km ausgebauten Fahrradwegen kann die bezaubernde Landschaft der Insel erlebt werden.




